ram010 g:last - im gehaeuse.. tagsüber duester bis wolkig, mit vorueberziehenden gewittern.. nachts heitert es mehr und mehr auf.. gelegentliche schauer..
"GLAST" ist ein Satellitenprojekt, welches Objekte und Erzeugungsprozesse untersucht, die im Weltall hochenergetische Strahlung aussenden (Gamma-Ray Large Area Space Telescope). Glast, der Musiker, scheint wie dieses Teleskop zu funktionieren. Bloß hat er diese Strahlung nicht nur gesucht und gefunden, er hat sie VERTONT. Es scheint so, als haette er diese Strahlung eingefangen, gesammelt und an einen Oszillator angeschlossen. Aus dem Wirrwarr der Strahlen und Frequenzen hat er mit viel Liebe, Forscherdrang und großem Verständis für das Zusammenspiel von Klängen diese großartigen Tracks arrangiert. In jedem Einzelnen stecken unzählige Hörperspektiven und doch sind wie aus einem Guss. Ausufernd, aber straight inszeniert! Große, kleine, Aufmerksamkeit auf sich ziehende, sich versteckende, gewaltige, feine, erschreckende und sich ankündigende, aber stets mit Sorgfalt ausgearbeitete Sounds bilden ein Klangkonstrukt, welches in seiner Vielfalt und Tiefe schwer beeindruckt... Verstrahlt UND unverstrahlt zu genießen!
zugegeben, tanzen ist nicht das wonach mir ist, wenn ich an ein orchester denke.. bestenfalls angestoned
in einem rot gepolstertem sitzend den dirigenten beim versuch
beobachten, luftbilder zum sound zu zeichnen.. wenn das orchester
allerdings aus rot, gruen und blau blinkenden synthesizern besteht, der
dirigent statt luft, percussionsounds bearbeitet, die aus allen
himmelsrichtungen unter meine kopfhaut dringen, komme ich nicht umhin
mit dem einen oder anderem tanzbein zu wippen.. acidlines kitzeln mir
die nase, der bass raeumt mir den magen auf.. und spaetestens beim
dritten track werde ich aus dem mir lieb gewordenem roten polster
gewuchtet.. von nun an hat der beat volle kontrolle ueber meinen
koerper genommen und mich wundern nicht mehr die verwunderten blicke
ringsumher.. fazit: baysn's 0208 ep ist vertrickelt, vertrackelt,
groovy, gepolstert kaum auszuhalten und ich sollte, um nicht wieder
aufzufallen, in einem konzert keine kopfhoerer tragen oder kopfhoerer
tragend kein orchester besuchen.. ausserdem ist dienstag nicht der
beste tag fuer solch ein erlebnis, denn was nun?? nochmal von vorn!!
tagebucheintrag ende
Die Räume die man verlässt oder in die man hineingeht und die zusammen eine Großstadt bilden, sind oft verbunden durch Musik. Tage und Nächte bringt man hin, angezogen von den schönsten Sinnestäuschungen auf der Suche nach den Umspannwerken dieses nie versiegenden Stromes, Maschinen in denen, mit etwas Glück, ein Geräusch längst vergessenen Dämmerungen antwortet, im Resonanzraum frisch verbrannter Euphorie, in deinem Körper, ein endlos geflochtenes Band sich überlagernder Töne und
Geräusche. Sechs Stücke, die das schon immer in seiner Musik vorhandene Wechselspiel frontaler urbaner Rauheit und der Weite eines Alltags, in dem der Abrieb melodischer Legierungen leuchtet in ständiger Spannung halten, in dem sich alles bewegt und an dem alles bewegt, so dass man es tanzen nennt.
wenn ein vierspurgeraet nicht mehr deinen anforderungen entspricht, brauchst du ein zweites.. meist reichte aber eines um die klaenge der maschienen aus dem glast'schen museumshaus auf band zu bannen.. so kommt g:last sehr aufgeraeumt aber alles andere als angestaubt daher.. der beat stampft einmal um die welt, ohne einen blick zurueck, macht den weg frei fuer das schoene.. und man muss unweigerlich hinterher, obgleich einem die sonne die netzhaut verbrennt.. aber wozu hat man ohren?? denn die folgen auf schritt und clik.. sehr sehr feine platte